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Österreich hat sein eigenes Sofort-Zahlungssystem, und die wenigsten Sportwetten-Spieler kennen es: EPS – Electronic Payment Standard. Entwickelt von den österreichischen Banken, zugeschnitten auf den heimischen Markt, und trotzdem bei weitem nicht so bekannt wie Klarna. In meiner Beratungspraxis merke ich immer wieder: Wer in Österreich lebt und bei Sportwetten einzahlen will, steht vor einer Wahl, die die meisten gar nicht als Wahl wahrnehmen.
Was ist EPS und wie funktioniert es bei Sportwetten
EPS wurde von den österreichischen Banken gemeinsam ins Leben gerufen – als österreichische Antwort auf Systeme wie Sofortüberweisung oder iDEAL (Niederlande). Der Kern des Systems: Man wird beim Bezahlen direkt in das Online-Banking der eigenen Hausbank weitergeleitet, autorisiert die Überweisung per TAN und das Geld wird in Echtzeit gutgeschrieben.
Klingt bekannt? Sollte es – denn der Ablauf ähnelt Klarna Sofort stark. Beide Systeme nutzen die Online-Banking-Infrastruktur der Hausbank für eine Echtzeitüberweisung. Der entscheidende Unterschied liegt im Hintergrund: EPS wurde von österreichischen Banken für österreichische Kunden entwickelt und wird direkt in die Bankensysteme integriert, während Klarna als externer Dienstleister über API-Schnittstellen auf die Bankdaten zugreift.
Für den Sportwetten-Spieler bedeutet das: EPS-Einzahlungen funktionieren nur mit österreichischen Bankkonten bei teilnehmenden Banken. 47 Prozent der österreichischen Verbraucher bevorzugen beim Einkauf immer noch Bargeld – doch die, die digital zahlen, kennen EPS oft als vertraute Option, weil es direkt aus dem Online-Banking ihrer Bank heraus funktioniert, ohne Umweg über einen Drittanbieter.
Bei Sportwetten ist EPS weniger verbreitet als Klarna. Nicht jeder Wettanbieter hat EPS integriert, da das System auf den österreichischen Markt beschränkt ist und für internationale Anbieter einen geringeren Anreiz zur Integration bietet als ein global verfügbarer Dienst wie Klarna. Wer EPS nutzen möchte, sollte auf der Einzahlungsseite des Wettanbieters prüfen, ob das EPS-Logo angezeigt wird.
EPS vs Klarna: Geschwindigkeit, Limits und Verfügbarkeit
Geschwindigkeit: In der Praxis sind beide Methoden nahezu gleich schnell. Sowohl EPS als auch Klarna Sofort gutschreiben den Betrag in Echtzeit – die Gutschrift auf dem Wettkonto erfolgt innerhalb von Sekunden nach der TAN-Bestätigung. Der Zahlungsablauf dauert in beiden Fällen 30 bis 90 Sekunden.
Limits: Hier gibt es kaum Unterschiede. Die Einzahlungslimits werden vom Wettanbieter festgelegt, nicht vom Zahlungssystem. Sowohl bei EPS als auch bei Klarna liegt die typische Obergrenze bei 5.000 bis 10.000 Euro pro Transaktion, abhängig vom Anbieter und dem Verifizierungsstatus des Spielers. Die Mindesteinzahlung beginnt bei den meisten Anbietern bei 5 bis 10 Euro – ebenfalls für beide Methoden identisch.
Gebühren: Beide Methoden sind für den Spieler kostenlos. Die Transaktionsgebühr trägt der Wettanbieter. 41 Prozent aller Österreicher nehmen mindestens einmal jährlich an Glücksspielen teil – und für diese Zielgruppe ist die Gebührenfreiheit bei der Einzahlung ein relevantes Kriterium, egal ob über EPS oder Klarna.
Verfügbarkeit: Hier hat Klarna einen klaren Vorteil. Klarna Sofort ist bei deutlich mehr Wettanbietern verfügbar als EPS, da Klarna international operiert und für Wettanbieter eine einzige Integration ausreicht, um Spieler aus mehreren Ländern zu bedienen. EPS ist auf Österreich beschränkt, und nicht jeder internationale Wettanbieter sieht den Aufwand einer separaten EPS-Integration als gerechtfertigt an. Das bedeutet: Wer EPS nutzen will, hat weniger Anbieterwahl als ein Klarna-Nutzer.
Sicherheit: Beide Systeme gelten als sehr sicher. EPS profitiert von der direkten Integration in die Bankensysteme – die Autorisierung läuft über das vertraute Online-Banking der Hausbank, ohne dass Daten an einen Drittanbieter übermittelt werden. Klarna Sofort ist TÜV-zertifiziert und speichert keine Bankzugangsdaten. Beide Methoden nutzen PSD2-konforme starke Authentifizierung. Ein objektiver Sicherheitsvergleich ergibt: Gleichstand.
Auszahlung: Weder EPS noch Klarna bieten Auszahlungen bei Sportwetten an – beide sind reine Einzahlungsmethoden. Wer Gewinne auszahlen will, muss in beiden Fällen auf eine Banküberweisung, Trustly oder ein E-Wallet ausweichen. In diesem Punkt unterscheiden sich die beiden Methoden nicht voneinander.
Bonuskompatibilität: Beide Systeme gelten als bankbasierte Zahlungsmethoden und sind daher bei den meisten Anbietern bonusberechtigt. Der E-Wallet-Ausschluss, der bei Skrill oder Neteller greift, trifft weder auf EPS noch auf Klarna zu. Für den Spieler bedeutet das: Unabhängig von der Wahl zwischen EPS und Klarna bleibt der Willkommensbonus zugänglich.
Wann EPS und wann Klarna die bessere Wahl ist
Nach Jahren der Arbeit mit beiden Systemen hat sich für mich ein klares Muster herauskristallisiert. EPS ist die bessere Wahl, wenn man einen Wettanbieter nutzt, der EPS anbietet, und man die Vertrautheit des eigenen Online-Bankings schätzt. Kein Klarna-Zahlungsfenster, kein externer Dienstleister – die gesamte Transaktion läuft innerhalb des bekannten Bank-Interfaces ab. Für Spieler, die gegenüber Drittanbietern skeptisch sind, ist das ein relevanter Komfortfaktor.
Klarna ist die bessere Wahl, wenn der gewählte Wettanbieter kein EPS anbietet – was bei internationalen Anbietern häufig der Fall ist -, oder wenn man auch bei Anbietern außerhalb Österreichs einzahlen möchte. Klarna funktioniert mit österreichischen Bankkonten ebenso wie mit deutschen oder anderen europäischen Konten, was für Spieler, die bei mehreren Anbietern aktiv sind, ein Flexibilitätsvorteil ist.
Ein Szenario, das ich in der Praxis häufig sehe: Spieler nutzen EPS bei ihrem Hauptanbieter, der das System integriert hat, und Klarna Sofort als Backup bei Anbietern, die kein EPS akzeptieren. Diese Kombination deckt den gesamten Markt ab und nutzt die jeweiligen Stärken beider Systeme. Wer sich eine umfassende Übersicht über alle Alternativen zu Klarna verschaffen will, findet dort den kompletten Vergleich.
Akzeptieren österreichische Wettanbieter EPS?
Einige ja, aber nicht alle. EPS ist auf den österreichischen Markt beschränkt und wird vor allem von Anbietern integriert, die gezielt den österreichischen Markt bedienen. Internationale Wettanbieter bieten häufiger Klarna als EPS an.
Kann man EPS und Klarna beim selben Wettanbieter nutzen?
Ja, sofern der Wettanbieter beide Methoden anbietet. Man kann für verschiedene Einzahlungen unterschiedliche Methoden wählen. Es gibt keine Einschränkung, die die gleichzeitige Nutzung beider Systeme verbietet.